Tunnelübung Reitersberg in Rödental
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- Veröffentlicht am Freitag, 04. Juni 2010 14:11

Aus dem Tunnelportal quoll dichter Rauch. Es galt eingeschlossene Bergleute zu retten.
Mit der Aufnahme der Bucher Feuerwehr in ihr neues Einsatzgebiet im Landkreis Coburg beginnt für die Brandschützer ein neues Kapitel des landkreisübergreifenden Feuer- und Personenschutzes. Mit der Inbetriebnahme der neuen integrierten Leitstelle in Ebersdorf bei Coburg Mitte Juli wird die Bucher Wehr von dort aus alarmiert und eingesetzt.
Am vergangenen Samstag wurde sie als einzige Lichtenfelser Wehr zu einer Übung am Tunnel Reitersberg in Rödental vom Coburger Kreisbrandinspektor Reinhard Hartung eingeladen. Zehn Feuerwehren aus dem Landkreis Coburg und sechs Rettungsdienste des Arbeiter-Samariter-Bundes und des Bayerischen Roten Kreuzes nahmen daran Teil. Angenommen wurde der Brand eines Radladers in der Nähe des Tunnelportals. Eine starke Rauchentwicklung verhinderte die Flucht, der im Tunnel arbeitenden Bergleute, ins Freie. Sie mussten aus einem Fluchtcontainer geborgen werden.
Die Bucher Wehr erhielt dort zum ersten Mal einen Einblick in das komplizierte Sicherheits- und Einsatzkonzepts, in das sie beim Bau der beiden ICE-Tunnel Lichtenholz und Kulch mit eingebunden werden. Kartenmaterial erhielt sie bereits von der Kreisbrandinspektion Coburg. Der Bau des Lichtenholz-Tunnels zwischen den Landkreisen Lichtenfels und Coburg wird am Mittwoch, 2. Juni, in Birkach am Forts um 11 Uhr begonnen. Tunnelpatin ist Karin Seehofer, die Frau des Bayerischen Ministerpräsidenten.
Der Coburger Landrat Michael Busch ließ es sich bei der Großübung in Rödental nicht nehmen, die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus Buch am Forst im Landkreis Coburg willkommen zu heißen. Er war von einer zukünftigen guten Zusammenarbeit überzeugt.
Seit Gründung des organisierten Feuerschutzes an Itz und Obermain in der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bucher Wehr verstärkt in der heutigen Großgemeinde Untersiemau im Einsatz. Nicht zuletzt war sie durch ihre moderne Ausrüstung begehrt, besaß sie doch bereits 1852 eine Feuerlöschmaschine, die sich die Gemeinde Buch mit der Unterstützung des Barons von Stockmar 560 Gulden kosten ließ, wie das Inventurverzeichnis des Rechnungsbuchs der Gemeinde ausweist.
1857 wurde den tüchtigen Spritzenmännern für ihre herausragende Leistung gedankt. Das Landgericht Coburg sprach eine offizielle Anerkennung für die Bucher Feuerwehr aus. Die Kameraden halfen mit, einen Brand in Scherneck zu löschen. Kein Wunder, denn in diesen Jahren verfügte nur die Bucher Wehr über eine modernes Feuerlöschfahrzeug.
Bilder und Bericht: Anderas Welz